Leipziger Bündnis gegen Depression
Deutsches Bündnis gegen Depression
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Norway Today - Novemberleuchten 2015

Nachbericht:


Fotos: Inga Swensson, Max Weishätel

Zu unserem diesjährigen Novemberleuchten durften wir unsere etwa 120 Besucher, wie schon im letzten Jahr, in der einzigartigen Kulisse des UT Connewitz begrüßen. Schon im Gang in den Innenraum steckte ein kleines Leuchten: so schlängelte sich ein/e jede/r durch ein Kerzenmeer und bunte Knicklichter, dazu gab es Anregungen zur Frage „Was ist eigentlich Leben?“ auf Papier.

Kaum in den weichen Kinositzen versunken, begann schon das Programm: Auf der großen Leinwand sehen wir zwei Jugendliche – sie sagt, sie will sich umbringen und suche jemanden, der mitmacht, er will mit, sie sagt nein, sie sagt ja, sie verabreden sich und treffen sich in Norwegen, am Fjord. Die beiden treten auf die Bühne, eine Schneelandschaft aus Matratzen. Die Temperaturen sind nicht nur draußen, sondern auch zwischen den beiden eisig. Sie will schweigen, er nicht. Sie schauen mal darunter, von der Klippe, da unten ist ganz lange nichts, der Fall dauert ganze 10 Sekunden, hat er ausgerechnet. Was macht er eigentlich in den letzten 10 Sekunden, ohne aus Versehen noch kurz über etwas belangloses wie Zitroneneis nachzudenken? Sie will es hinter sich bringen, er noch eine Nacht darüber schlafen. Also bauen sie das Zelt auf. Plötzlich leuchtet der Himmel: die Polarlichter. Die haben sie noch nie gesehen, die sind unglaublich selten, sie sehen sie das erste Mal und da muss das Mädchen weinen. Sie habe noch nicht alles gesehen…

Der Tag kommt doch. Es ist Zeit, Abschiedsworte zu suchen. Aber was sagt man eigentlich als Letztes? Sie versuchen es immer wieder, keine Strategie funktioniert. „Das ist mein Freund August und ich liebe ihn.“ Das ist es. Sie haben ja noch gar nicht alles gesehen, gestern, ja, die Polarlichter, aber so vieles andere noch nicht. Sie haben noch nicht alles erlebt und gefühlt. Der letzte Versuch scheitert – Juli und August gewinnen – neuen Lebensmut, und sie sind ja jetzt zu zweit.

Ehrlicher Applaus für eine berührende, mitreißende, authentische Inszenierung erklingt.
Im Anschluss gibt es eine Gesprächsrunde zum Stück und dem Thema Depression und Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen.

Wir danken allen Mitwirkenden dieser Runde, den Künstlern, dem UT Connwitz sowie den Helfern und Fördermittelgebern, die diese gelungenen Veranstlatung möglich gemacht haben.

Inga Swensson


So., 22. November 2015; 17:00; UT Connewitz; Wolfgang-Heinze-Straße 12A
Eintritt: 7,00 / 5,00 Euro

"norway.today" - Theaterstück mit
anschließender Gesprächsrunde


"Derjenige, der sich heute in einem Anfall von Melancholie tötet, würde sich gewünscht haben zu leben, wenn er nur eine Woche gewartet hätte."
Voltaire

Zum diesjährigen Novemberleuchten möchten wir Sie zu einer Theatervorstellung mit anschließender Gesprächsrunde in der einzigartigen Kulisse des UT Connewitz einladen.

Zum Stück:
Igor Bauersimas Theaterstück, betrachtet das Thema Depression und Suizidalität aus dem Blickwinkel der heutigen Zeit. Die 2 Jugendlichen Julie und August fühlen sich im virtuellen Netz zuhause, während ihnen das reale Leben fremd ist. Im Chatroom verabreden sie sich, um ihr Leben gemeinsam mit einem Sprung von einer 600m hohen Klippe im norwegischen Fjord zu beenden. Während Julie und August nach ihren letzten Worten suchen, die sie auf einer Videobotschaft hinterlassen wollen, kommen sie einander näher. Plötzlich merken beide, dass sie zwar keine Gründe zum Weiterleben finden, jedoch auch keine, die für das Sterben sprechen. Plötzlich verwandelt sich ihr Abschied von der Welt zum Plädoyer für das Leben.

Die sinnlich-emotionale Inszenierung von Isa Micklitza, die bereits verschiedene Preise für ihre filmischen Arbeiten erhielt, wird mit Musik- und Film-Elementen angereichert. Einen kleinen Eindruck vermittelt der Teaser zum Stück unter vimeo.com.

Ausschnitte aus dem Interview mit Nicole Koburger vom Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. und Isa Micklitza mit mephisto97.6 zum Theaterstück des Novemberleuchten 2015.

Zur Reservierung von Eintrittskarten gehts hier.

Den Flyer können Sie hier herunterladen: NL_2015_Flyer

Für die Unterstützung bei der Realisierung dieser Veranstaltung bedanken wir uns bei der Deutsche Bahn Stiftung, der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, dem Studentenwerk Leipzig (Kulturförderung) sowie der AOK PLUS - die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.