Unser Verein

Leitbild

Das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. engagiert sich für die Förderung des gesundheitlichen Wohlbefindens psychisch Erkrankter mit Depressionen. Unsere Arbeit richtet sich an verschiedene Personengruppen. Darunter sind Betroffene, Angehörige, Berufsgruppen mit Kontakt zu depressiv Erkrankten und die breite Öffentlichkeit. Wir wollen aufklären und sensibilisieren, um langfristig einen kompetenten Umgang mit dem Thema Depressionen zu ermöglichen. Wir treten für mehr Akzeptanz von psychischen Erkrankungen ein und möchten einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen leisten. Einer unserer zentralen Kooperationspartner ist dabei das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V.

In unserem Verein engagieren sich Betroffene mit einer psychischen Erkrankung genauso wie nicht Betroffene. Wir sind unabhängig in religiösen und politischen Fragen und stehen in keiner Beziehung zur Pharmaindustrie. Unsere Arbeit steht im Dienste der Gesellschaft und ist nicht profitorientiert. Wir möchten Orientierung und Hilfe zur Selbsthilfe geben, sowie zur Prävention beitragen. Kurative Leistungen, wie beispielsweise psychotherapeutische Beratung, können wir nicht anbieten. Wir betrachten die Erkrankung Depression als vielseitiges Geschehen, bei dem biologisch-medizinische Aspekte ebenso eine Rolle spielen wie psychologische und soziale.

Die Vereinsarbeit wird getragen von einem Team aus vorwiegend ehrenamtlich Engagierten. Studierende und Rentner befinden sich ebenso darunter wie Berufstätige mit verschiedenen beruflichen Tätigkeitsfeldern und Hintergründen. Wir verstehen uns als offene Gruppe, in der Mitstreiter und Impulse jederzeit willkommen sind.

Unser Vorstand

Der Vorstand des Leipziger Bündnisses gegen Depression e.V. besteht satzungsgemäß aus mindestens drei und maximal fünf Personen: der/dem Vorsitzenden, seinem/ihrer Stellvertreter/in und der Kassenwärtin bzw. dem Kassenwart, sowie bis zu zwei weiteren Mitgliedern, die zusätzlich in den Vorstand berufen werden können.

Bei der vierten ordentlichen Mitgliederversammlung am 16.01.2018 wurden Nicole Koburger, Martin Gey und Stan Pohling für die Dauer von einem Jahr gewählt. Christel Römer ist zur Mitarbeit in den Vorstand hinzuberufen.

Dr. Nicole Koburger (3.v.l.) hat bis 2008 Psychologie an der Universität Leipzig studiert und 2017 an der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig promoviert. Von 2009 bis 2014 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin in EU-geförderten Drittmittelprojekten zu Depression/Suizidprävention an der Universität Leipzig und arbeitete von September 2014 bis September 2017 bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, seit Januar 2016 als stellvertretende Geschäftsführerin. Seit Oktober 2017 ist sie an der Research Academy Leipzig der Universität Leipzig als Referentin für Akademische Personalentwicklung tätig. Die Koordination des Leipziger Bündnisses gegen Depression betreut sie seit Mai 2010 und hat mit der Vereinsgründung im Juli 2013 die Tätigkeit des 1. Vorstands übernommen.

Martin Gey (4.v.l.) hat Politikwissenschaft, Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie VWL in Leipzig und Breslau studiert (M.A.) und ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bei der Leipziger Volkssolidarität. Während seines Studiums arbeitete er unter anderem für die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Leipziger Volkszeitung. Durch die Kooperation zwischen der Volkssolidarität und dem Leipziger Bündnis gegen Depression kam er in Kontakt mit unserem Verein. Er wurde 2015 in den Vorstand gewählt und ist seit Juli 2016 stellvertretender Vorsitzender.

Stan Pohling (1.v.l.) hat 1998 eine handwerkliche Ausbildung zum Elektroinstallateur absolviert. Er war bis 2001 in der Firma Elektromontagen Leipzig beschäftigt. Seit 2001 ist er im Leipziger Brauhaus zu Reudnitz beschäftigt. 2011 hat er ein Fernstudium beim DAA Technikum in Jena und Osnabrück mit dem Titel "Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik und Automatisierungstechnik" erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2012 wechselte er in die Leitungsebene im Bereich Technik Instandhaltung. Diese Position übt er bis heute aus. 2016 absolvierte er darüber hinaus bei der IHK zu Leipzig die Ausbildung der Ausbilder (AdA). Über die Freiwilligen-Agentur Leipzig kam er 2017 in Kontakt mit dem Leipziger Bündnis gegen Depression. Für die Wahlperiode 2018 wurde er in den Vorstand gewählt.

Christel Römer (2.v.l.) hat Technologie des Nachrichtenwesens an der Verkehrshochschule Dresden studiert und vorrangig im technologischen Bereich der Telekommunikation sowie seit 1991 im Marketingbereich der Telekom in Leipzig gearbeitet. Als Rentnerin arbeitete sie ca. 5 Jahre beim Deutschen Bündnis gegen Depression e.V. im Sekretariat. Über die Leipziger Selbsthilfe wurde sie Gründungsmitglied vom Leipziger Bündnis gegen Depression im Jahr 2009 und arbeitet seitdem in zahlreichen Projekten mit. Für die Wahlperiode 2018 wurde sie in den Vorstand berufen.

Ziele des Leipziger Bündnisses gegen Depression e.V.

Unser übergeordnetes Ziel ist es, einen Beitrag zur Förderung der seelischen Gesundheit psychisch Kranker mit Depressionen zu leisten. Dies setzen wir im Augenblick in Form der folgenden drei Teilziele, die gleichzeitig unsere Arbeitsschwerpunkte darstellen, um:

Aufklärung

Gerichtet an alle Interessenten (darunter Angehörige, Betroffene und Fachpersonal) mit dem Ziel der Information über das Krankheitsbild Depression, deren Prävention, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

In Form von Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen, einem monatlichen Newsletter, unserer Homepage, Pressearbeit und Aufklärungskampagnen.

Gerichtet an Fachpersonal aus dem medizinischen und sozialen Bereich zur Vermittlung von Fachwissen bei der Früherkennung von Depression und Vermittlung in professionelle Hilfe.

In Form von Schulungen und Workshops zu Depression und Suizidalität mit vermittelten Fachreferenten.

Vernetzung

In Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Gruppen des Versorgungssystems zur Netzwerkarbeit und zum Austausch sowie zum Ausbau des Trialoges zwischen Betroffenen, ihrem sozialen Umfeld und dem Fachpersonal aus der Versorgung.

In Form von Netzwerkveranstaltungen wie den jährlichen Wochen der Seelischen Gesundheit, das Mitwirken in Netzwerkgruppen und an anderen Netzwerkveranstaltungen, sowie informellen Informations- und Erfahrungsaustausch.

Hilfe und Beratung

Gerichtet an Betroffene, Angehörige und Interessierte.

In Form von Informationsweitergabe und -bereitstellung sowie von speziellen Angeboten und Gruppen.

Unsere Schirmherrin

Unsere Aktivitäten stehen unter der Schirmherrschaft von Frau Christine Clauß.

Frau Clauß, deren beruflicher Werdegang mit der Ausbildung zur Krankenschwester begann, ist seit 1999 Mitglied des Sächsischen Landtages in der CDU-Fraktion. Von 2008 bis 2014 war sie Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Geschäftsordnung und Immunitätsangelegenheiten und Mitglied im Europaausschuss. Für die Angelegenheiten der Leipziger Bürger ist sie im Bürgerbüro in der Grimmaischen Straße erreichbar.

Wir danken Frau Clauß für Ihre große Unterstützung seit vielen Jahren!

Der Wissenschaftliche Beirat

Für die fachliche Beratung hat das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. einen wissenschaftlichen Beirat. Dieser wirkt bei der Entwicklung von Vereinszielen und deren optimalen Umsetzung mit. Zudem gibt er fachlichen Rat und fördert die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Einrichtungen. Außerdem berät er auf Anfrage zu aktuellen medizinischen und / oder therapeutischen Themen, die das Erkrankungsbild Depression betreffen und kann bei Fragen und Problemstellungen im Rahmen der Vereinsarbeit zu Hilfe gezogen werden.

Die Berufung des Wissenschaftlichen Beirats erfolgt für die Dauer von 3 Jahren und fand zuletzt im August 2016 statt. Wir danken den folgenden Mitwirkenden für Ihre Unterstützung!

Prof. Dr. Ulrich Hegerl

Herr Prof. Dr. Ulrich Hegerl ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig und Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind gleichermaßen psychosoziale Versorgungsprojekte wie Wissenschaft. Im Rahmen der Forschung beschäftigt er sich v.a. mit den Themen Depression und Suizidalität. Ein neuer Schwerpunkt hierbei ist die Untersuchung digitaler Anwendungen als Ergänzung zur Behandlung affektiver Erkrankungen.

PD Dr. Michael Kluge

Herr PD Dr. Michael Kluge ist Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig. Wissenschaftlich beschäftigt er sich mit Psychoendokrinologie und klinischer Psychopharmakologie.

Dr. Manuela Richter-Werling

Frau Dr. Manuela Richter-Werling ist Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins Irrsinnig Menschlich e.V. Der Verein zeigt mit seinen Ideen und Programmen zum Thema seelische Gesundheit neue Wege der Prävention und Gesundheitsförderung für Jugendliche und junge Erwachsene auf. Sie ist eine der Mitinitiatoren des Leipziger Bündnisses gegen Depression.

Priv.-Doz. Dr. Christine Rummel-Kluge

Frau Priv.-Doz. Dr. Christine Rummel-Kluge ist Oberärztin der Psychiatrischen Institutsambulanz der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig.

Thomas Seyde

Herr Thomas Seyde ist Psychiatriekoordinator der Stadt Leipzig, d.h. er ist für die Planung und Koordination der Versorgung psychisch Kranker zuständig. Außerdem wirkt er in verschiedenen Gremien, wie dem Psychiatriebeirat mit. Auch er unterstützt das Leipziger Bündnis gegen Depression als Mitinitiator seit 2009.

Prof. Dr. Peter Schönknecht

Herr Prof. Dr. Peter Schönknecht, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Leipzig und Ärztlicher Direktor des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf.

Prof. Dr. Cornelia Exner

Frau Prof. Dr. Cornelia Exner ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Leiterin der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Psychologischen Institut der Universität Leipzig. Sie erforscht u.a. neuropsychologische Aspekte der Depression sowie neue Psychotherapieansätze, z.B. die metakognitive Therapie.

Prof. Dr. med. Andries Korebrits

Herr Prof. Dr. med. Andries Korebrits ist Chefarzt der KJP Helios Parkklinikum Leipzig und Facharzt für KJP und EP. Er engagiert sich wissenschaftlich und gesellschaftlich für die Prävention und Behandlung von psychische Erkrankungen.

Prof. Dr. med. Kai von Klitzing

Herr Prof. Dr. med. Kai von Klitzing ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Leipzig.
In seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten beschäftigt er sich in unter anderem mit den Themen Depression und Angststörungen im Kindesalter, Frühe Eltern- Kind Beziehung, Kindesmisshandlung und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter. Er ist Präsident der World Association for Infant Mental Health.

Dr. Barbara Richter

Frau Dr. Barbara Richter leitet seit über 15 Jahren als Chefärztin die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz.
Sie ist Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, Subspezialisierung für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schwerpunkte sind Bemühungen in der Früherkennung von Psychosen und Demenzen sowie spezifische Behandlungen postpartaler Erkrankungen im Rooming In mit dem Säugling und in der Psychoonkologie.

Geschichte des Leipziger Bündnisses gegen Depression

Das Leipziger Bündnis gegen Depression wurde mit einer Auftaktveranstaltung im Gewandhaus zu Leipzig am 18. Juni 2009 gegründet. Es wurde von Frau Dr. Manuela Richter-Werling, Geschäftsführerin von Irrsinnig Menschlich e.V., Herrn Thomas Seyde, Psychiatriekoordinator der Stadt Leipzig und Herrn Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig initiiert und entstand zunächst als Teilprojekt des EU- geförderten Projektes "Optimizing suicide prevention programs and their implementation in Europe" (Optimierung von Suizidpräventionsprogrammen und ihre Umsetzung in Europa; OSPI-Europe: www.ospi-europe.com) unter der Leitung von Prof. Dr. Hegerl.

Hauptziel des Projektes, das von 2008-2013 mit 14 europäischen Partnern umgesetzt wurde, war es, einen Beitrag zu einer verbesserten Versorgung depressiv erkrankter Menschen zu leisten und so indirekt einen günstigen Einfluss auf die Rate von Suizidversuchen und Suiziden zu nehmen.
Das OSPI-Europe-Projekt basierte dabei auf einem etablierten Interventionskonzept. Dieses wurde im Jahr 2001 im Rahmen des Nürnberger Bündnisses gegen Depression entwickelt und erstmalig erprobt. Mit dem Ziel, die Versorgung der depressiv erkrankten Menschen in der Stadt Nürnberg zu verbessern, wurde der gemeindebasiertes Ansatz gleichzeitig auf 4-Ebenen gestartet.

Das Konzept schloss die Kooperation mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern (1), Öffentlichkeitsarbeit (2), Kooperation mit Multiplikatoren (3) und Angebote und Unterstützung für Betroffene und Angehörige (4) ein. Nach den ersten aussichtsreichen Ergebnissen, die sich durch die wissenschaftliche Begleitevaluation abzeichneten, wurde 2002 dann der überregionale Dachverband "Deutsches Bündnis gegen Depression e.V." (www.buendnis-depression.de) gegründet. Unter ihm führen mittlerweile etwa 70 regionale Bündnisse in ganz Deutschland lokale Aktivitäten durch. Sie bieten Veranstaltungen zum Thema "Depression" an und informieren über die Erkrankung und Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige.

Das Projekt sah einen klar umrissenen Interventionszeitraum von Juni 2009 - März 2011 vor. Währenddessen wurden mit besonders großer Intensität Aktivitäten simultan auf den fünf Ebenen durchgeführt. So wurden beispielsweise insgesamt 66 Trainingworkshops mit 1035 Teilnehmern durchgeführt. 86 von ihnen waren Hausärzte und 915 Multiplikatoren aus verschiedenen Berufsgruppen. Die interaktiven Weiterbildungen thematisierten sowohl Depression als auch suizidale Verhaltensweisen. Um Informationen zum Thema Depression auch in der Öffentlichkeit zu verbreiten wurde eine facettenreiche Medienkampange gestartet.

Sie umfasste u.a. Werbung an öffentlichen Orten und in den Bussen & Bahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe (in Form von Postern), das weitläufige Verteilen eines Informationsflyers, das Ausstrahlen eines Kinowerbespotts, regelmäßige Pressearbeit und insgesamt 45 öffentliche Veranstaltungen (Vorträge, Diskussionen, Informationstische). Auch eine Homepage, die regelmäßig aktualisiert wird und ein monatlicher Newsletter, der über aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten des Leipziger Bündnis gegen Depression berichtet, wurden eingerichtet. Sie sollen wie alle Aufklärungsaktivitäten auch dazu beitragen, Betroffene zu motivieren, sich im Bedarfsfall Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Im Falle von konkretem Hilfebedarf vermittelte das Leipziger Bündnis gegen Depression bei Anfragen und stellte Informationen zur Verfügung. Auch wurden verschiedene Angebote wie ein Kreativtreff und eine Laufgruppe für Betroffene geschaffen.
Nach Ende des Interventionszeitraumes konnte das Leipziger Bündnis gegen Depression im strukturellen Rahmen des Projektes, das im März 2013 endete, fast alle Aktivitäten in ähnlicher Weise, wenn auch mit geringerer Intensität, fortführen. In dieser Phase gewann das ehrenamtliche Engagement, das bereits seit der Gründung im Juni 2009 eine wichtige tragende Säule der Leipziger Bündnisarbeit war, zunehmend an Bedeutung.

Das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. dankt ...

...dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen und dem Verband der Ersatzkassen im Freistaat Sachsen, sowie ...